Projekt SEA

Dieser Entwurf wurde im Rahmen des Concrete Design Wettbewerbs 2016/17 vom Informationszentrum Beton GmbH erstellt.

Im Zentrum des Beitrags SEA für die Landeshauptstadt Kiel von Schleswig-Holstein steht die Umnutzung und Erneuerung des Fußgänger Aufgangs am Holstentörn.
Im aktuellen Bestand verbindet der Aufgang des Holstentörns mithilfe einer überdachten Brückenanlage die Einkaufspassage Sophienhof mit der Haupteinkaufsstraße der Innenstadt. Diese Anlage überbrückt die stark frequentierte Straße und sorgt so für einen durchgängigen Besucherfluss. Der Aufgang selbst ist aktuell mit einem Fahrstuhl, einer breiten Treppenanlage sowie drei Rolltreppen ausgestattet und dient unterhalb der Brückenanlage als Verkaufsfläche eines Blumengeschäftes.

Die bestehende Technik der Rolltreppenanlagen sowie die Fahrstuhlanlage ist im jetzigen Zustand leicht schaden- und fehleranfällig und das gesamte architektonische Bild veraltet, sodass bereits Gespräche über mögliche Neubau oder Umbaumaßnahmen im Raum stehen. Das Konzept SEA für die Sailing City knüpft an diesem Punkt an und visualisiert eine natürliche Wellenlandschaft aus gegossenen Betonelementen, die langlebig sowie ortsprägende Aspekte kombiniert.

Projekt SEA nutzt die modernen Möglichkeiten, Betonelemente zu formen und zu gestalten, um durch vorgefertigte, wellenförmige Betonmodule ein neues Gesicht für den Holstentörn-Brückenkopf zu schaffen. Inspiriert wurde die Idee durch das maritime Image Kiels, welches durch die Verbindung zur Ostsee sowie die Leidenschaft zum Segeln stark beeinflusst wird.
Neben dem Neubau einer größeren Treppenanlage und dreier Rolltreppen entstehen im westlichen Teil des Baukörpers schollenartige Terrassenelemente, die für den Fußgängerverkehr Sitz- und Gemeinschaftsflächen schaffen. Diese laden zum Verweilen ein oder dienen als Treffpunkt, um die Innenstadt zu erkunden. Im Osten der Anlage entsteht unterhalb der Brückenkonstruktion Platz für die Technik der Rolltreppen sowie für einen aufgewerteten Blumenladen, welcher auch im neuen Konzept Bestand haben soll.
Auf Grundlage einer Stahlbeton-Unterkonstruktion werden die wellenförmigen Betonmodule aus dem Werk wie ein Puzzle adaptiv in das Gerüst integriert. Die Hochpunkte der Wellenkronen erhalten eine integrierte Stütze, die aus der Betonspitze heraus läuft und als Festpunkt der Sonnensegel dient. Zusätzlich zu den Wellenhochpunkten werden im Bereich der Sitztreppen Masten aufgestellt, die ebenfalls zur Abspannung der Sonnensegel dienen.